
Marek Bracha – vielseitiger Pianist, ausgebildet in Warschau und London, konzertiert mit einem Repertoire klassischer und zeitgenössischer Musik in Europa, Nord- und Südamerika sowie in Asien. Er ist Solist, Kammermusiker, Preisträger zahlreicher Wettbewerbe, Pädagoge, Interpret auf historischen Instrumenten, Kommentator musikalischer und kultureller Ereignisse, Kurator polnischer Musik und Kultur im Ausland sowie Förderer nationaler Themen im Kontext internationaler Kunst.
Seine wissenschaftliche Arbeit im Rahmen seiner Doktorarbeit konzentriert sich auf die Genese der pianistischen Stilisierung der Mazurka.
Marek Bracha ist Autor moderierter Recitals (Lecture Recitals), die Musik mit Wort verbinden und außermusikalische Kontexte der Werke sowie deren Entstehungsgeschichte vermitteln. Jedes Jahr entwickelt er ein neues Konzertprogramm – zu früheren Projekten wie Balladen und Romanzen (inspiriert vom 200-jährigen Jubiläum der polnischen Romantik und basierend auf dem Genre der Klavierballade) oder Jewish Mazurkas, die Mazurken polnischer Komponisten jüdischer Herkunft gewidmet sind, kam im Jahr 2023 ein Recital mit Werken von Fryderyk Chopin und seinem Schüler Thomas Tellefsen hinzu, der 2023 bzw. 2024 seinen 200. Geburtstag und den 150. Todestag begeht.
In den letzten Jahren engagierte er sich intensiv für die Förderung der Aufführungspraxis auf historischen Klavieren. Gemeinsam mit Dr. Michał Bruliński realisierte er für das NIMiT das Projekt „Die Geheimnisse von Chopins Klavier“, das aus Konzertvorträgen in polnischen Philharmonien bestand. Zusammen führten sie drei Zyklen von Lecture Recitals durch: „Historisches und modernes Klavier: auf der Suche nach Authentizität und Klangfarbe“ (in Masowien), „Das polnische Klavier. Kunst – Wissenschaft – Handwerk“ (in Kalisz) sowie „Klaviererbe: Industrie und Kunst“ (in Pruszków). Im Jahr 2025 leitete er eine Reihe von Konzertpräsentationen im Rahmen des vom NIFC organisierten Programms „Chopin-Effekt“.
Marek Bracha arbeitet regelmäßig als Pianist mit dem Polnischen Nationalballett im Teatr Wielki – Polnische Nationaloper zusammen, u. a. in den Produktionen Die Kameliendame, Peer Gynt und Tanzsymphonie.
Als Fernseh- und Radiokommentator wird er seit vielen Jahren als Experte eingeladen, u. a. zur Kommentierung der Vorrunden des Internationalen Chopin-Wettbewerbs für TVP Kultura, das Zweite Programm des Polnischen Rundfunks sowie Radio Chopin, wo er zudem die wöchentliche Autorensendung Musiker über Chopin moderiert.
Er ist Juror bei nationalen und internationalen Musikwettbewerben. Im Jahr 2022 war er Vorsitzender der Jury des Wettbewerbs „Junger Musiker des Jahres“, organisiert vom polnischen Kulturministerium und übertragen von TVP1 und TVP Kultura. Im Februar 2023 war er Jurymitglied beim Internationalen Chopin-Wettbewerb in Hannover.
Marek Bracha ist Mitbegründer und Kurator des jährlichen Kammermusikfestivals WarszeMuzik. Zu seinen diskografischen Leistungen zählen eine Solo-CD mit Werken von F. Chopin (NIFC), die gemeinsam mit der Geigerin Agata Szymczewska eingespielte CD Modern Soul sowie zwei CDs mit Werken von Mieczysław Weinberg (WarszeMuzik Vol. 1 und 2).
Er ist Dozent an der Fryderyk-Chopin-Universität für Musik in Warschau sowie stellvertretender Direktor der Staatlichen Musikschule ZPSM Nr. 1 in Warschau. Er gibt regelmäßig Workshops und Masterclasses im In- und Ausland, u. a. in Japan, China und Taiwan, auch auf historischen Instrumenten.
Marek Bracha studierte in Warschau bei Marzena Jasińska und Prof. Teresa Manasterska. Er ist Absolvent der Chopin-Universität für Musik in Warschau (2012) in den Klassen von Prof. Alicja Paleta-Bugaj und Prof. Joanna Ławrynowicz-Just. Zudem absolvierte er das Royal College of Music in London in der Klasse von Kevin Kenner (2011) und schloss 2012 ein Postgraduiertenstudium bei Vanessa Latarche und Geoffrey Govier (historische Klaviere) ab.
Version: April 2026
