
Das Auswandererdrama „Fremde Erde“ ist die einzige Oper und das Hauptwerk von Karol Rathaus, das Libretto dazu stammt von Kamilla Pálffy-Waniek. Die Oper wurde am 10. Dezember 1930 an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin uraufgeführt. Es folgten Aufführungen in Mannheim und Dortmund, bevor das Werk in Vergessenheit geriet.
Eine erste Wiederentdeckung der Oper gab es 1991 in Bielefeld.
Viel Beachtung fand 2021 die Inszenierung von Jakob Peters-Messer am Theater Osnabrück unter der musikalischen Leitung von Andreas Hotz. Die Produktion wurde in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Opernwelt als „Wiederentdeckung des Jahres“ ausgezeichnet und für den Deutschen Theaterpreis Der Faust 2022 nominiert.
Die Oper „Fremde Erde“ thematisiert das Emigrantenschicksal Anfang des 20. Jahrhunderts. In Karol Rathaus‘ Oper zerbricht das Schicksal des Emigranten Semjin zwischen Ausbeutung, trügerischer Liebe und dem Tod seiner Verlobten Anschutka in der Fremde.
Live-Mitschnitt der Aufführung vom 7. Jänner 2022 aus dem Theater Osnabrück
TV-Regie: Daniil Deych, Sergei Deych
Lean Branchista: Susann Vent-Wunderlich
Sennor Esteban: James Edgar Knight
Semjin: Jan Friedrich Eggers
Arankan: Aljoscha Lennert
Tschechow: Rhys Jenkins
Guranoff: Erik Rousi
Anschutka & Stimme aus der Ferne: Olga Privalova
Rosenberg: Mark Hamman
Rosette: Julie Sekinger
Maoni: Chihiro Meier-Tejima / Elena Soares da Cruz
Inqua: Kathrin Brauer / Kanako Nakamura
Kapitän: Seokwon Oh
Erster Matrose: Stefan Kreimer
Zweiter Matrose: Silvio Heil
Matrosenstimme: Jong-Bae Bu
Doppelbesetzungen in alphabetischer Reihenfolge
Opernchor des Theaters Osnabrück
Extrachor des Theaters Osnabrück
Osnabrücker Symphonieorchester
Statisterie des Theater Osnabrück

Aus der Fülle der Probleme wählte ich eins, das seit meiner Kindheit mich beschäftigte und mein Herz bedrückte: Auswanderer! Bauern, die das heiligste, das sie hatten, die Scholle, ihre Heimat, oft Frau und Kind verlassen und „übers große Wasser“ gehen, um bessere Lebensbedingungen zu suchen. Naive und gutmütige Ost-Menschen, oft falsch informiert, jedenfalls nicht in der Lage, zu ermessen, dass jeder von ihnen dem furchtbaren Prozess der „Entwurzelung“ bedingungslos ausgeliefert ist. Anschutka und Lean verkörpern die entscheidenden gegensätzlichen Symbole: die eine das der Heimat, die andere das der verlockenden Ferne.
KAROL RATHAUS
