Hollywood Songbook

Hanns Eisler / Foto: Archiv Verlag Breitkopf & Härtel // Alexander Kukelka / Foto: Barbara Pálffy // Erich Zeisl / Foto: Barbara Zeisl-Schoenberg

Samstag, 18. April 2026 // 19 Uhr // Möbelmuseum Wien

In Kooperation mit dem Möbelmuseum Wien

Der heutige Liederabend spannt einen weiten Bogen zwischen der schmerzhaften Nostalgie des Exils und der klanglichen Neuerkundung der Gegenwart. Drei Stationen beleuchten das Schicksal und die künstlerische Widerstandskraft von Komponisten, deren Biografien untrennbar mit der Suche nach Heimat verbunden sind.

Hanns Eisler: „Hollywood Songbook“
Alexander KukelkaLiederzyklus „Fäden ins Nichts gespannt“ (UA) – Fünf Lieder für Bariton, Klarinette in B und Klavier nach Texten der Bukowina Dichtung (David Goldfeld, Alfred Margul-Sperber und Rose Ausländer)
Erich Zeisl3 Stücke aus der Sammlung „Stücke für Barbara“ für Klavier (1944/49) sowie Der letzte Tanz (1931)

Günter Haumer – Bariton
Wolfgang Kornberger – Klarinette
David Hausknecht – Klavier

Hanns Eisler (1898–1962) war einer der bedeutendsten und politisch engagiertesten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Er ist vor allem für seine langjährige künstlerische Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht sowie als Komponist der Nationalhymne der DDR, „Auferstanden aus Ruinen“, bekannt. Während der NS-Zeit emigrierte er in die USA, wo er erfolgreich Filmmusik für Hollywood-Produktionen komponierte. 1947 musste er die USA aufgrund des „Ausschusses für unamerikanische Aktivitäten“ wegen seiner kommunistischen Gesinnung verlassen. 

Das „Hollywood Songbook“ entstand zwischen 1942 und 1943 in Kalifornien, ist eine Sammlung von Kunstliedern, die das Leben im Exil und die Kritik an der US-amerikanischen Konsumkultur thematisieren. Es gilt als eines der bedeutendsten Liederzyklen des 20. Jahrhunderts und wird oft als „Winterreise des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet.

Alexander Kukelka wurde 1963 in Klement geboren. Seine Kompositionen umfassen 11 Opern- und Musiktheaterproduktionen, 120 abendfüllende Bühnen- und Filmmusiken, preisgekrönte TV-Dokus, Instrumental- und Vokalmusiken. 1999 gründete er mit „Neues Wiener MusikTheater“ ein Autoren-Musiktheater eigener Prägung. In seinem Werk setzt er sich immer wieder intensiv kompositorisch mit der Sprach- und Kulturlandschaft der ehemaligen Bukowina auseinander.

Erich Zeisl (1905–1959) konnte 1938 aus Wien ins amerikanische Exil fliehen. Dort trat in seinem Schaffen eine stärkere Besinnung auf seine jüdische Herkunft hervor. Als der österreichische Komponist Erich Zeisl 1959 im Alter von 53 Jahren im amerikanischen Exil starb, hinterließ er vor allem Lieder, Kammermusik und Filmkompositionen.

Ort: Möbelmuseum Wien, Andreasgasse 7, 1070 Wien