
Dienstag, 28. April 2026 // 19 Uhr // Kosmos Theater
In Kooperation mit Kosmos Theater
Innerhalb unseres Festivals nimmt dieser Abend eine besondere Stellung ein: Wir betrachten das Schicksal verfolgter Komponist:innen nicht als eine einheitliche Leidensgeschichte, sondern als ein Mosaik aus vier völlig unterschiedlichen Lebensentwürfen. Was diese vier Persönlichkeiten – Józef Koffler, Alexandre Tansman, Vally Weigl und Egon Wellesz – jenseits ihrer Vertreibung verbindet, ist die Musik als Akt der Selbstbehauptung.
Musikalisch begegnen wir an diesem Abend einer faszinierenden Spannung:
Wir hören die Strenge und Brillanz von Koffler, dessen Werk uns heute wie ein Fragment einer zerstörten Welt entgegentritt. Wir erleben die weltläufige Eleganz Tansmans, der die Einflüsse Hollywoods und Strawinskys in seine europäische DNA integrierte. Wir begegnen der empathischen Kraft von Vally Weigl, die Musik nicht nur als Struktur, sondern als Heilmittel für eine verwundete Gesellschaft verstand. Und wir spüren die tiefe Verwurzelung in der Tradition bei Wellesz, der in der Fremde die Identität des alten Europas bewahrte.
Trotz der geografischen Distanzen zwischen dem Ghetto von Wieliczka, den Filmstudios von Hollywood, den Therapieräumen New Yorks und den Gelehrtenstuben Oxfords, teilen diese Werke eine gemeinsame Herkunft: Sie entspringen einer Kultur des Aufbruchs, die durch Hass unterbrochen, aber in ihrer künstlerischen Substanz nicht vernichtet wurde.
Das heutige Konzert lädt Sie dazu ein, die Musik nicht nur als historisches Dokument zu hören, sondern als lebendiges Zeugnis für die Unbeugsamkeit des kreativen Geistes.

Julitta Dominika Walder – Sopran
Mateusz Kasprzak-Łabudziński – Violine
Piotr Lato – Klarinette
Dominika Peszko – Klavier
Elizaveta Kapustina – Videoinstallation
Ort: Kosmos Theater, Siebensterngasse 42, 1070 Wien

