
Donnerstag, 16. April 2026 // 19 Uhr // Kirche St. Ulrich
In Kooperation mit dem RCM Royal College of Music, der RSO-Kammermusikreihe, dem Exilarte Zentrum der mdw und Tonwerk – Forum für neue Musik


Im Mittelpunkt des Programms steht der 100. Geburtstag von Joseph Horovitz (geboren 1926 in Wien; gestorben 2022 in London). 1938 flüchtete er mit seinen Verwandten nach Belgien, wo er mit seinen Eltern wieder zusammentraf, und von dort weiter nach Großbritannien. Er studierte am Royal College of Music in London bei Gordon Jacob. Nach seinem Debüt als musikalischer Leiter der Bristol Old Vic Company im Jahr 1950 etablierte er sich später als Komponist und Professor am RCM in London. Sein Werk Fifth String Quartet ist das einzige in seinem Œuvre, das sich explizit mit seiner persönlichen Exilerfahrung auseinandersetzt.
Erich Wolfgang Korngold (geboren 29. Mai 1897 in Brünn; gestorben 29. November 1957 in Los Angeles, USA) war ein österreichisch-amerikanischer Komponist, Dirigent und Pianist. Als Komponist erlangte er großen Ruhm durch die Oper Die tote Stadt aus dem Jahr 1920 und sah sich als Vertreter der modernen Klassik. Er kam bereits 1934 – nicht zuletzt aufgrund der politisch problematischen und ausgeprägt antisemitischen Lage in Österreich – in die Vereinigten Staaten.
Erich Zeisl konnte 1938 aus Wien ins amerikanische Exil fliehen. Dort trat in seinem Schaffen eine stärkere Besinnung auf seine jüdische Herkunft hervor. Als der österreichische Komponist Erich Zeisl 1959 im Alter von 53 Jahren im amerikanischen Exil starb, hinterließ er vor allem Lieder, Kammermusik und Filmkompositionen.
Akos Banlaky ist ein österreichischer in Wien lebender Komponist und wurde 1991–98 an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien in der Kompositionsklasse von Prof. Kurt Schwertsik ausgebildet. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums von Exilarte sowie dem 10-jährigen Jubiläum des Exilarte Zentrum wurde er mit der Komposition eines Gedichtes von André Singer beauftragt, das vom Momentum Vocal Music unter der Leitung von Simon Erasimus uraufgeführt wird.
Michael Graubart: Prelude, Duets and Arias für Flöte solo (2004/2007, Ulrike Anton gewidmet)
Erich Zeisl: Komm, süßer Tod (1938, Arr. für Streichquartett und Mezzosopran von Eric Ziegelbauer)
Joseph Horovitz: Streichquartett Nr. 5 (1969)
Erich Wolfgang Korngold: Liebesbriefchen, Op. 9, Nr. 3 (1911–1916), Unvergänglichkeit Op. 27, Nr. 1 (1933), Was du mir bist, Op. 22, Nr. 1 (1928–1929)
Hans Winterberg: Suite für Bläserquintett (1946, UA)
Ruth Schönthal: A Bird´s Song About… (1991)
Akos Banlaky: Requiem for the Homeless (2025, Text von André Singer, UA)
Josipa Bainac – Mezzosopran
Ulrike Anton – Flöte
Gregor Urban – Klavier
Streichquartett – Mitglieder des RSO Wien
Raphael Handschuh – Viola
Łucja Madziar – Violine
Manon Stankovski-Samano – Violine
Katharina Steininger – Violoncello

Bläserquintett
Cornelia Unterthiener – Flöte
Stefan Peindl – Oboe
Thomas Schön – Klarinette
Hermann Ebner – Horn
Julia Chlud – Fagott
Jury Everhartz – Musikalische Leitung
Momentum Vocal Music
Ana-Marija Brkic, Zuzanna Mika, Rebekka Rennert – Sopran
Elisabeth Kirchner, Julia Kiradjiev, Bernhard Landauer – Alt
Patrick Kühn, Markus Schiendorfer, Andrew Erickson-Lapidus – Tenor
Daniel Menczigar, Felix Knaller, Max Anger – Bass
Simon Erasimus – Musikalische Leitung

Ort: Kirche St. Ulrich, St.-Ulrichs-Platz 3, 1070 Wien

